Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Gegen HIV gibt es Medikamente, gegen Vorteile nicht!

Am 23.04.1984 – heute vor 35 Jahren – verkündete die damalige US-Gesundheitsministerin Margaret Heckler die Entdeckung von HIV als Auslöser der neuen Immunschwächekrankheit AIDS. Auch wenn aus Historischer Sicht diese Datum der Entdeckung umstritten ist, so ist das Virus seit Hecklers Meldung bekannt.

Auch 35 Jahre später ist eine HIV-Infektion nicht heilbar, aber erkrankte Menschen können dank guter Therapie mittlerweile können HIV-kranke ein langes Leben führen.

Leider sind sie immer noch Vorurteilen ausgesetzt. Nicht nur am Welt-Aids-Tag, sondern das ganze Jahr über müssen wir dagegen ankämpfen!HIV-positive Menschen sind für uns selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft. Wer sie ausgrenzt und diskriminiert, der diskriminiert uns alle!

Rechtsextreme und Rechtspopulisten haben in uns einen ihrer entschiedensten Gegner!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Auf Initiative des Jugendrates der Stadt Düsseldorf, haben Besucher*innen des queeren Jugendzentrums PULS einen Betonklotz, der als Anti-Terror-Sperren am Rande der Altstadt aufgestellt wurde, mit der Regenbogen- und der Trans*-Flagge bemalt. Nur wenige Tage später wurde dieses deutliche Zeichen für Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und anderen queeren Menschen (LSBTIQ*) mit Hakenkreuzen verunstaltet. Zwar konnten die verfassungsfeindlichen, rechten Symbole schnell und unbürokratische durch Künstler*innen beseitigt werde, die gerade in der Gegend legal andere Poller bemalen, jedoch zeigt der Vorfall, dass rechte Kräfte nachwievor gegen unsere vielfältige Gesellschaft und gegen LSBTIQ* hetzen und agieren.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

NRW ist ein offenes, modernes Bundesland, dessen Bürger*innen zurecht Stolz auf ihre täglich gelebte Vielfalt sind. Auch Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans* oder inter* Menschen (LSBTIQ*) sind Teil dieser Vielfalt. Dies gilt auch für die Landeshauptstadt Düsseldorf. Hier haben jugendliche Besucher des PULS durch ihre Aktion ein für alle sichtbares Zeichen für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und anderen queeren Menschen geschaffen.

Dieses Zeichen ist gezielt durch Hakenkreuz-Schmierereien verunstaltet worden. Die feigen Täter*innen wollte hier ein gezieltes Zeichen gegen unsere offene vielfältige Gesellschaft setzen. Denn wer auch immer die Anti-Terror-Sperren mit rechter Symbolik versehen hat, lehnt die Werte ab, die NRW und Düsseldorf lebenswert machen: Vielfalt, Weltoffenheit und solidarische Gesellschaft.

Wir bedanken uns bei allen Künstler*innen, die schnell und entschlossen, diese Werte verteidigt haben. Als Sozialdemokrat*innen verurteilen wir die feigen Schmierereien aufs Schärfste. Rechtsextreme und Rechtspopulisten haben in uns seit über 150 Jahren und auch in Zukunft einen ihrer entschiedensten Gegner!

Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten – Landesregierung soll Verbotsantrag von Konversionstherapien unterstützen!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Am vergangen Freitag brachten die Bundesländer Berlin, Bremen, Hessen, Saarland sowie Schleswig-Holstein eine Gesetzesinitiative in den Deutschen Bundesrat ein, deren Ziel es ist, sog. Konversions­therapien zu verbieten. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, mit denen homo- und bisexuelle Menschen von einer angeblich gestörten sexuellen Orientierung geheilt werden sollen. Dabei führen diese bei Betroffenen oft zu schwerwiegenden psychischen Belast­ungen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder ein erhöhtes Suizidrisiko. Darüber hinaus schürt die Pathologisierung von Homo- und Bisexuellen Vorteile, Diskriminierung und Abwertung.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten. Sie stellen auch keinen behandlungsbedürftigen Zustand dar. Ganz im Gegenteil: sie sind gleichwertige Varianten von sexuellen Orientierungen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO und der Deutsche Ärztetag betonen. Dennoch werden außerhalb unseres Gesundheitssystems sog. Konversionstherapien angeboten, die behaupteten, Homo- bzw. Bisexualität in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten umwandeln zu können und den Eindruck vermittelten, dass Homo- bzw. Bisexualität Erkrankungen sein.

Als NRWSPDqueer lehnen wir jedwede Art dieser „Homoheilung“ strikt ab. „Behandlungen“ der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität verletzen nicht nur das verfassungsrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht. Sie können zur Ablehnung der eigenen sexuellen Identität führt und schwerwiegende psychische Belastungen wie Depressionen Angsterkrankungen zu einem erhöhtes Suizidrisiko nach sich ziehen. Des weiteren stellt die Pathologisierung von Homo- und Bisexualität eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dar, die ein gesellschaftliches Klima befördert, das die Diskriminierung, Abwertung und Stigmatisierung homo- und bisexueller Personen verstärkt. Auch in ihrem aktuellem Programm zu Europawahl fordert die SPD daher ein Verbot solcher Konversionstherapien.

Wir begrüßen daher die Bundesratsinitiative zum Verbot solcher schädlichen pseudomedizinischen Handlungen. Des weiteren fordern wir die Regierung Laschet / Stamp auf, die parteiübergreifende Gesetzesinitiative im Bundesrat zu unterstützen! Herr Laschet, zeigen, sie dass NRW ein weltoffenes und menschliches Bundesland ist!

Die Landesregierung muss ihren Ankündigungen auch Taten folgen lassen!

Die NRWSPDqueer fordert die Landesregierung anlässlich des „International Transgender Day of Visibility“ auf, ihren Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen.

Die heutige Sichtbarkeit von Transsexuellen, Transgendern, Intersexuellen und non-binären Menschen wurde in den vergangenen Jahren von ihnen selbst auch gegen politische und gesellschaftliche Widerstände hart erkämpft. Dank des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur „Dritten Option“ gibt es inzwischen im Personenstandsrecht Neuerungen, die eine gesellschaftliche Debatte angestoßen hat.

Die NRWSPDqueer betrachtet die zunehmend negative Stimmung, die gegen geschlechtliche Vielfalt gemacht wird, mit großer Sorge. Bedenklich ist, dass unter anderem CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Junge Union-Chef Tilman Kuban auf diesen Zug aufspringen und den Populisten zusätzlich Bestätigung geben. Schützenhilfe erhalten sie auch von NRW-Politker*innenn, wie etwa von Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie Beirat der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) NRW.

Aus diesem Grund fordert die NRWSPDqueer die Landesregierung auf, ihre Ankündigungen in die Tat umzusetzen und den Aktionsplan „Gewalt gegen Jungen, Männer und LSBTTI“ endlich aufzusetzen. Die Landesregierung konnte auch gegenüber dem Landtag NRW nicht mehr berichten, als das sich im Ministerium Scharrenbach ein bisschen intern sortiert wurde und überlegt werde, wie man dies umsetzen könne.

Hannah Truslen

Hannah Trulsen, stellvertrende Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, kommentiert die Pläne der Landesregierung:

„Die thematische Zusammensetzung dieses angekündigten Aktionsplans ist gelinde gesagt schwierig. Der Aktionsplan ‚Gewalt gegen Mädchen und Frauen‘ soll fortgeführt werden, aber wie erklärt die Landesregierung, dass Gewalt gegen lesbische Frauen oder auch Transfrauen nun im Aktionsplan nicht in diesem sondern in einem anderen Plan mit Jungen und Männern gedacht wird. Fachlich sehe ich diese Zusammensetzung zusammengewürfelt und die Landesregierung muss beweisen, warum gerade diese thematischen Felder einen Sinn ergeben. “

Darüber hinaus erinnert die NRWSPDqueer Minister Stamp an seine Ankündigung, dass sich NRW für eine Neufassung des Transsexuellengesetzes einsetzen werde. Seither ist fast ein Jahr vergangen und wir erinnern Minister Stamp gerne an seine eigenen Worte: „Ein für alle offenes, gerechtes, selbstbestimmtes Personenstandsrecht ohne Attestpflicht ist längst überfällig.“

Sarah Ungar

Sarah Ungar vom NRWSPDqueer Landesvorstand ergänzt:

„Mit rechtlichen Neuregelungen, die ohnehin längst überfällig sind, ist es nicht getan. Die Landesregierung muss in gesellschaftliche Aufklärung investieren, um damit das Fundament für die Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt in der Bevölkerung zu legen.“

Herr Laschet, wirken Sie endlich auf ihre Vorsitzende ein!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Auf dem am vergangenen Donnerstag im SWR ausgestrahlten „Stockacher Narrengericht machte sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kamp-Karrenbauer über intergeschlechtliche Menschen und andere „bemitleidenswerte Minderheiten“ lustig. Sie scherzte über die Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht und Zitat: „Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.“

Nach dieser erneuten Entgleisung gegenüber LSBTIQ* fordert die NRWSPDqueer Ministerpräsident Armin Laschet auf, in seiner Rolle als stellv. Bundesvorsitzender der CDU auf seine Parteivorsitzende einzuwirken.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

NRW ist ein offenen, modernes Bundesland, dessen Bürger*innen zurecht Stolz auf ihre täglich gelebte Vielfalt sind. Auch Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans* oder inter* Menschen (LSBTIQ*) sind Teil dieser Vielfalt. Bedient eine Spitzenpolitikerin wie Annegret Kramp-Karrenbauer ist dies für viele ein Grund zum Fremdschämen.

Egal ob aus Überzeugung oder politischem Kalkül. Wenn gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielt und immer wieder gegen Minderheiten gepoltert wird, so darf dies einen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen niemals kalt lassen! Denn diese verbalen Attacken sind nicht nur ein Angriff auf einzelne Bürger*innen NRWs, sondern torpedieren auch die Vielfalt unseres Bundeslandes.

Darum fordern wir Ministerpräsident Laschet auf, sein Schweigen zu brechen. Herr Laschet wirken Sie endlich Ihre Parteivorsitzende ein, sich für ihre peinlichen Äußerungen zu entschuldigen und diese in Zukunft zu unterlassen!

Armin Laschet hat nicht nur als Vorsitzender des größten CDU-Landesvorbandes Einfluss in seiner Partei. Er ist zudem auch stell. Bundesvorsitzender der Union. Daher sehen neben den Lesben und Schwulen in der Union (LSU) sowie anderen Unionspolitikern besonders Armin Laschet in einer besonderen Pflicht hier Farbe zu bekennen: Wer für ein offenes und vielfältiges NRW stehen will, darf die dauerhaften Anfeindungen gegen LSBTIQ* nicht tatenlos hinnehmen.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Ausgrenzung und Rechtspopulismus sichtbar entgegen treten!

Sascha Roncevic

Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Der 27. Januar wurde im Jahr 1996 durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus bestimmt. Historischer Hintergrund ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Seit nun einundzwanzig Jahren wird an diesem Tag an die Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden erinnert. Gleichzeitig wird aber auch der anderen Opfer des Nationalsozialismus gedacht: der Euthanasieopfer, der Sinti und Roma, der Kommunist*innen, der Sozialdemokrat*innen und der Homosexuellen

Angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus und ‑extremismus ist dieser Gedenktag für die NRWSPDqueer (Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD ) mehr denn je auch eine Mahnung, für unser vielfältige Demokratie einzutreten und erkämpfte Fortschritte zu verteidigen.

Hierzu erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende Sascha Roncevic:

Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft. Gerade in der heutigen Zeit scheint eine klare Orientierung wichtiger denn je. Wo Hetzer und Populisten mit Fake-News und „alternativen“ Fakten punkten und eine Sprache und Inhalte der Täter von Ausschwitz wieder salonfähig machen wollen, ist ein deutliches Dagegenhalten, umso wichtiger. Wir queeren Sozialdemokrat*innen zeigen daher klar Haltung: gegen Hetze, Menschenfeindlichkeit sowie gegen Homo-, Bi- und Trans*-Feindlichkeit. Wir stehen für eine offene und vielfältige Gesellschaft und sich setzen uns dafür ein, dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus wurden totgeschlagen und totgeschwiegen. Auch nach Ende des Hitler-Faschismus wurden Lesben und Schwule verfolgt und blieben in Folge dessen unsichtbar. Eine individuelle geschlechtliche Identität konnte in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik erst recht nicht ausgelebt werden. Dies hat sich geändert. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen sind sichtbarer. Sichtbarer zu sein, heißt mitunter auch angreifbarer zu sein. Populisten und extreme Rechte versuchen etwa auf perfide Art Homosexualität in die Nähe von Pädophile zu rücken. Trans*-Identitäten werden als „Gender-GaGa“ verspottet und als Resultat einer Verschwörung zur angeblichen Unterdrückung der Mehrheit dargestellt. Aber Sichtbarkeit bedeutet ebenfalls sich wehren zu können. Wie stellen uns sichtbar gegen Demütigungen, Anfeindungen, Verleumdungen und Ausgrenzungen. Wir stellen uns sichtbar gegen gesellschaftlich und staatlich legitimierten Rückschritt. Und wir stellen uns sichtbar gegen alle jene, die schleichend unsere Sichtbarkeit eindämmen wollen.

Terror, Erniedrigung, Folter – hierfür steht Auschwitz. Es ist ein ist ein Synonym staatlich legitimierter und durchgeführter Vernichtung. Auschwitz ist ein Extremum in der perfiden Macht- und Herrschaftsbesessenheit von Menschen über andere. Diese Begierde wurde konsequent und wider aller Menschlichkeit umgesetzt. Nazideutschland ist inzwischen Geschichte. Aber ist es diese Begierde auch? – In Schockstarre blicken wir beispielsweise nach Tschetschenien in Russland oder nach Brasilien, in denen ein faschistoider Präsident auch wegen seiner Hetze gegen homosexuelle und trans* Menschen gewählt wurde. Ebenso nehmen wir die Zustände etwa im Iran oder Uganda wahr. Es werden Homosexuelle verfolgt, verhaftet, verurteilt, getötet. Gegen sie werden eigene Gesetzte erlassen. Wir blicken hin, dann allzu oft angewidert weg und schweigen erneut, als beträfe es uns nicht. Aber wie weit sind die AfD-nahen Akteure der „Demo für alle von Putins Anti-Homogesetzgebung entfernt?. Was unterscheidet die Homo-, Bi- oder Trans*-Feindlichkeit in sozialen Medien von denen afrikanischer Bischöfe?

Vor dreiunddzwanzig Jahren forderte Roman Herzog am 27. Januar, aus Erinnerung zu lernen, um Irrwege zu vermeiden. Es liegt an uns allen, Kurs zu halten, um auf dem Weg einer menschlichen, offen und pluralen Gesellschaft zu bleiben. Wenn wir am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedenken, so ist dies kein Gedenktag wie viele andere.

NRWSPDqueer lehnt Nashville-Erklärung ab. – „Unser Europa ist offen, solidarisch und vielfältig!“

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Die Nashville-Erklärung ist eine bereits 2017 in den USA veröffentlichtes Hetzschrift, die sowohl die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnt als auch Homosexualität als Sünde bezeichnet. Der Text wurde nun ins Niederländische übersetzt und von fast 300 Geistlichen und Politikern unterschrieben. Die NRWSPDqueer, als Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD sieht hierin eine wachsen Homofeindlichkeit in Europa

Hierzu erklärt der Vorsitzende und europapolitischer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Fabian Spies:

Die Niederlande haben vor rund 20 Jahren als erster Staat der Welt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paar geöffnet. Dass ausgerechnet hier mehrere hundert Hetzer nun versuchen, die unsägliche Nashville-Erklärung auch in Europa zu verbreiten und salonfähig zu machen, können und werden wir Sozialdemokrat*innen nicht hinnehmen.

Die Rechte von Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und inter* sowie queere Menschen (LSBTIQ*) sind unveräußerliche Menschenrechte. Gerade für diese Rechte stehen die EU und das vereinte Europa. Schon seit einigen Jahren bemerken wir eine zunehmende LSBTIQ*-Feindlichkeit, die von erstarkenden antieuropäischen Rechtspopulisten vorangetrieben werden. Hier zeigt sich: Grundrechte und ein vereintes Europa gehören untrennbar zusammen.

Umso mehr freut uns, dass mehr als 40.000 Niederländer, darunter viele Prominente, eine humanistische Erklärung unterzeichnet haben, die zu Respekt und Toleranz aufruft. Ebenso haben zahlreiche Gemeinden in den Niederlanden als Zeichen der Solidarität an ihren Rathäuser die Regenbogenflagge gehisst.

Als NRWSPDqueer bekennen wir uns klar zu Europa und seinen Grundwerten. Daher unterstützen wir alle Niederländer*innen, die hier eine klare Zeichen und Botschaften für die Gleichstellung und Akzeptanz von LSBTIQ* setzen. Auch begrüßen wir, dass dieses Jahr am 29. Juni mit dem Roza Zaterdag ein grenzübergreifender CSD in Venlo (NL) und Krefeld (NRW) stattfindet.

Allen LSBTIQ*-feindlichen Hetzern stellen wir unser Europa entgegen. Unser Europa ist offen, solidarisch und vielfältig!

CDU und FDP senden ein Zeichen fehlender Solidarität und Unterstützung von LSBT*

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

In der heutigen Plenarsitzung des Landtag von Nordrhein-Westfalen stimmte die schwarz-gelbe Regierungskoalition gemeinsam mit der AfD-Fraktion gegen ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen und geschlechtlichen Identität im Grundgesetz.

Neben der Abgeordneten der SPD stimmte lediglich die Fraktion der Bündnis-Grünen für den Antrag, eine entsprechenden Bundesratsinitiative der SPD-geführten Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Hamburg sowie des Rot-Rot-Grün regierten Thüringen zu unterstützen. Schon seit Jahren fordert die SPD den Antidiskriminierungsartikel 3 des Grundgesetz um die Merkmale „geschlechtliche und sexuelle Identität“ zu erweitern.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

Wir bedauern, dass die Regierung Laschet / Stamp keine Notwendigkeit sieht, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Personen (LSBT*) ausdrücklich im Grundgesetz vor Diskriminierung zu schützen. Eine Erweiterung des Artikel 3 habe aus schwarz-gelber Sicht lediglich Symbolcharakter. Ein hinreichender Schutz sei bereits durch andere Verfassungsartikel und Gesetze gegeben. Anders als die Landesregierung sehen wir eine konkrete Notwendigkeit, dem Schutz von LSBT*-Rechten Verfassungsrang zu verliehen. Trotz einer fortgeschrittenen rechtlichen Gleichstellung gibt es immer noch alltägliche Diskriminierung und Gewalt gegen LSBT*.

Ebenso scheint, die Landesregierung auszublenden, dass erreichte Fortschritte gerade in Zeiten eines erstarkenden Rechtspopulismus und -extremismus auch geschützt werden müssen. So reichte die AfD im Deutschen Bundestag beispielsweise im Oktober diesen Jahres einen Antrag zur Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe ein. Allgemein wundert es nicht, dass sich die Rechtsaußenpartei gegen den verfassungsmäßigen Schutz der Rechte von LSBT* positioniert.

Gerade wer aber die Auffassung vertritt, der Ergänzung des Artikel 3 des Grundgesetzes habe lediglich symbolischen Charakter, sollte es nicht als schädlich betrachten diesen trotzdem explizit festzuschreiben. Umso beschämender ist es, dass Ministerpräsident Armin Laschet und sein liberaler Koalitionspartner in dieser Frage gemeinsam mit der LSBT*-feindlichen AfD gestimmt haben. Gerade dieses Abstimmungsverhalten hat einen symbolischen Charakter und steht für die fehlende Solidarität und Unterstützung von Lesben, Schwule, Bisexuellen und Trans*-Personen in NRW und ganz Deutschland.

Queere Kultur braucht Geld und leidenschaftliche Unterstützung

Sascha Roncevic

Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Homochrom steht für ausgewähltes schwul-lesbisch-bi-transsexuell-queeres Kino in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Es umfasst seit 2009 eine monatliche Filmreihe in sechs Städten sowie seit 2011 ein jährliches queeres Filmfest in Köln und Dortmund. Heute gab der Trägerverein Homochrom e.V. bekannt, auf Grund der mangelnden Förderung durch Bund und Land, im Januar 2019 seine Arbeit einzustellen. Auch von der Stadt Köln habe man sich eine größere Unterstützung erhofft.

Die NRWSPDqueer bedauert, dass nach fast 10 Jahren eines der größten queeren Filmfestivals Deutschlands aufhört. Hierzu kommentiert Sascha Roncevic, stellvertretender Landesvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der NRWSPDqueer:

„Schon im April diesen Jahres haben wir gefordert, dass die Regierung Laschet / Stamp die eh schon spärliche Förderung des Filmfest Homochrom durch das Land nicht einstellen darf. Aus queer-politischer Sicht war diese Entscheidung für uns nicht nachvollziehbar. Der Verlust des queeren Filmfestivals wirkt auf Grund der bundesweiten Strahlkraft von Homochrom über die Landesgrenzen hinaus. Daher kritisieren wir auch die Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU). Zwar konnten 2016 die SPD und ihr queer-politischer Sprecher, Johannes Kahrs, eine Förderung für queere Filmfestivals bis 2022 in Höhe von 1,4 Millionen Euro im Bundestag durchsetzen, jedoch blockieren und verzögern Grütters und Haus hier die Fördermittelvergabe.

Am Beispiel von Homochrom wird deutlich, welchen Stellenwert die die schwarz-gelbe Landesregierung aber auch die Beauftragte der Bundesregierung queerer Kultur geben. Zwar bemüht sich Familienminister Stamp mit seinem Haus zahlreiche Projekte der der rot-grünen Vorgängerregierung zumindest fortsetzen, jedoch braucht queere Kultur eine aktive Unterstützung und einen leidenschaftliche Einsatz für die Sache – im Zweifelsfall auch gegen den Koalitionspartner CDU.

Diesen Einsatz wünsche ich mir übrigens auch von zahlreichen Akteur*innen auf kommunaler Ebne. Hier ist Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker im besonderen Maße gefordert. Mit dem Aus von Homochrom verliert Köln als international einer der größten queeren Hotspots bereits das zweitemal ein queeres Filmfestival.

Als Sozialdemokrat*innen wissen wir, Kultur braucht Geld und engagierte Unterstützung! Dies gilt für auch für queere Kultur. Sie bereichert die Vielfalt unserer Gesellschaft und fördert Akzeptanz. Weil der Zugang zur (queeren) Kultur nicht vom Geldbeutel abhängen darf und viele Kulturprojekte ohne öffentliche Förderung nicht realisiert werden können, sehen wir die Landesregierung in der Pflicht, hier eine hinreichende Förderung zu gewährleisten. Auch wenn das Filmfest Homochrom nun leider seine Arbeit beendet so gibt es nach wie vor zahlreiche größtenteils ehrenamtlich getragene Kulturinitiativen!“

NRWSPDqueer gratuliert Martin Sölle zum Bundesverdienstkreuz.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Am 04. Dezember wurde der Kölner Buchhändler Martin Sölle in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Der Orden so wie die zugehörige Urkunde wurde durch Bundespräsident Steinmeier persönlich übergeben.
Die Arbeitsgemeinschaft in der NRWSPD für Akzeptanz und Gleichstellung (NRWSPDqueer) gratuliert recht herzlich!
Hierzu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Fabian Spies:
Ich freue mich sehr über Auszeichnung von Matin Sölle und seiner Arbeit als Aktivist. Martin Sölle schafft es nicht nur, die Geschichte Homosexueller Männer in Deutschland zu erforschen und zu bewahren. Immer wieder macht er diese greifbar und lebendig. Gerade weil sie im Spannungsfeld zwischen Kriminalisierung und Emanzipation angesiedelt ist, ist sie als Thema wichtig.
Als Gründer und Vorstandmitglied des Centrum Schwule Geschichte und durch sein Engagement des Fördervereins des NS-Dokumentationszentrums Köln hat Martin Sölle bahnbrechendes geleistet: Er hat zahlreiche Zeitzeugen ausfindig gemacht und wichtige Dokumente der homosexuellen Emanzipationsbewegung zusammengetragen. Er organisiert Stadtführungen zur schwulen Geschichte und er erinnert an das Schicksal verfolgter Kölner Homosexueller.
Mit dem Blick auf die schwule Geschichte leistet er einen wichtigen Beitrag für die Akzeptanz von Homosexuellen und für unsere vielfältige demokratische Gesellschaft! Im Namen der NRWSPDqueer gratuliere ich zur Verdienten Auszeichnung!

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