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Konversionstherapien müssen verboten werden! Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten

Wir danken Frank Müller, MdL für seine deutlichen Worte als Beauftragter der SPD-Landtagsfraktion NRW für LSBTI*, die er in der heutigen Pressemeldung gefunden hat. Hier die Meldung im Wortlaut:

Frank Müller: „ ,Homo-Heilern‘ das Handwerk legen – Konversionstherapien verbieten!“

Aktuell wird im Bundesrat ein Antrag mehrerer Bundesländer zum Verbot von „Konversionstherapien“ beraten. Hintergrund sind die Aktivitäten von sogenannten Homo-Heilern, die homo- und bisexuelle Menschen durch ihre Therapien vermeintlich heilen wollen. Der Beauftragte der SPD-Landtagsfraktion NRW für LSBTI*, Frank Müller, erklärt dazu:

„Konversionstherapien müssen verboten werden! Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten. Niemand muss von Homo- und Bisexualität geheilt werden. Vielmehr stehen die Therapien im krassen Widerspruch zum Recht auf freie Entfaltung und die eigene sexuelle Identität und richten sogar große Schäden an. Die Folgen reichen von Depressionen und Angsterkrankungen bis hin zum Suizid. Besonders junge Menschen sind den selbsternannten ,Homo-Heilern‘ schutzlos ausgeliefert.

Mit diesen mittelalterlichen Praktiken und Menschenrechtsverletzungen auf Rezept muss endlich Schluss sein! Die SPD-Fraktion hat dazu eine klare Haltung. Das erwarten wir auch von der nordrhein-westfälischen Landesregierung.

Leider hat sich die Landesregierung bislang nicht zur Bundesratsinitiative der Landesregierung von Hessen gemeinsam mit den Ländern Berlin, Bremen, Saarland und Schleswig-Holstein mit dem Ziel eines Verbots von ‚Konversionstherapien‘ positioniert. Wir erwarten, dass sich die Landesregierung klar zum Schutz der Rechte homosexueller Menschen bekennt und bei der Abstimmung im Bundesrat dem Antrag zustimmt.“

Ich bin, wie ich bin! – NRWSPDqueer stellt das Recht auf sexuelle und geschlechtliche Identität in den Vordergrund

„Ich bin, wie ich bin!“ – so lautet das Motto der NRWSPDqueer für in kürze startende CSD-Saison 2019. Damit wollen die queeren Sozialdemokraten ein Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und queeren Menschen (LSBTIQ*) setzen.

Ergänzt wird der Claim durch den Untertitel „50 Jahre stolzer Kampf für Akzeptanz und Gleichstellung!“, der an die Stonewall-Unruhen vor einem halben Jahrhundert erinnert, die historisch den Beginn der emanzipatorischen LSBTIQ*-Bewegung darstellen.

Sascha Roncevic

Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Hierzu erläutert Sascha Roncevic, stell. Landesvorsitzender der NRWSPDqueer und Kampagnenleiter:

Ich bin, wie ich bin! – besser und prägnanter kann man das Recht auf die Entfaltung der eigenen individuellen Persönlichkeit wohl kaum ausdrücken. Gerade in Zeiten, in denen Rechtspopulist*innen und Konservative wieder verstärkt gegen LSBTIQ* hetzen und agieren, scheint es um so wichtiger, dies noch mal zu betonen.

Ich bin, wie ich bin!, ist auch das Bekenntnis für ein selbstbestimmtes Leben von LSBTQ*. Jede*r hat das Recht ihre*seine geschlechtliche oder sexuelle Identität frei zu leben. Dafür braucht es nicht nur den gesetzlichen Rahmen der rechtlichen Gleichstellung, sondern auch eine aktive Politik, die die Akzeptanz in der Mehrheitsgesellschaft fördert. Beides ist für uns Sozialdemokrat*innen Teil unserer Werteordnung und Politik.

Auch auf sog. Konversionstherapien, deren Ziel es ist, die sexuelle oder geschlechtliche Identität von Menschen zu „heilen“, nimmt das Motto Bezug. Weder Homo-, Bi- noch Transsexualität sind Krankheiten. Entsprechende „Heilungen“ und „Therapien“ führen bei Betroffenen oft zu schwerwiegenden psychischen Belastungen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder ein erhöhtes Suizidrisiko. Daher fordern wir deren Verbot. Darüber hinaus schürt diese Pathologisierung von LSBTIQ* Vorteile, Diskriminierung und Abwertung.

So leben zu können, wie man ist – das ist seit 50 Jahren auch ein Leitgedanken der weltweiten LSBTIQ*-Bewegung. Daher wollen wir als NRWSPDqueer auch an die Stonewall-Aufstände in der New Yorker Christopher Street erinnern. Sie ermahnen uns nicht nur, sondern sind zugleich Verpflichtung für die Zukunft.

NRWSPDqueer: Wer queere Einrichtungen angreift, greift unsere offene und vielfältige Gesellschaft als Ganzes an!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Erst vor wenigen Tagen wurde in der Düsseldorfer Altstadt ein Betonpoller, der als Anti-Terror-Speere diente und von queeren Jugend­lichen mit Genehmigung der Stadt bemalt wurde, durch Hakenkreuz-Schmierereien verunstaltet. Nun wurde bekannt, dass auch in Köln ein offenbar rassistischer und homophober Anschlag verübt wurde. In den frühen Morgenstunden des Ostersonntags wurden die Fenster des queeren Beratungszentrums rubicon eingeschlagen. Offenbar liegt auch hier ein rassistischer und homophober Hintergrund vor. Neben dem Slogan “lesbisch schwul, queer” war im Fenster auch ein Anti-Rassismus-Plakat von Amnesty International mit der Aufschrift: “Wir nehmen Rassismus persönlich” angebracht

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

Innerhalb kurzer Zeit haben wir von zwei abscheulichen und feigen Taten gegen Vielfalt und Akzeptanz in NRW erfahren müssen. Hier wird deutlich, dass sich die verbalen Entgleisungen von Konservativen und Rechtspopulisten irgendwann in Taten manifestieren. Heute sind es Hakenkreuze und eingeschlagene Fensterscheiben. Der Schritt zur Gewalt gegen Leib und Leben ist oft leider nur ein kleiner. Rechte Gewalt dürfen und werden wir nicht hinnehmen. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit dem queeren Beratungszentrum rubicon. Wer aus einer rechten, menschenfeindlichen Motivation heraus Zeichen für Akzeptanz oder queere Einrichtungen angreift, der greift unsere offene und vielfältige Gesellschaft, auf die wir in NRW zurecht stolz sein können, als Ganzes an!

Thomas Krämer
Foto: privat

Der Vorsitzende der Kölner SPDqueer, Thomas Krämer, ergänzt:

Homophobie und Rassismus dürfen keinen Platz haben – weder bei uns in Köln noch anderswo! Das rubicon ist seit Jahren nicht nur eine feste Größe in der queeren Szene, sondern in der gesamten Stadt bekannt. Der Anschlag auf die Einrichtung ist ein feiger Akt. Er zeigt nur einmal mehr, wie weit außerhalb unserer Gesellschaft sich der oder die Täter*innen befinden. Sie mögen Fensterscheiben zerbrechen können, den Zusammenhalt in der Szene und der Kölner Stadtgesellschaft brechen sie nicht!

Gegen HIV gibt es Medikamente, gegen Vorteile nicht!

Am 23.04.1984 – heute vor 35 Jahren – verkündete die damalige US-Gesundheitsministerin Margaret Heckler die Entdeckung von HIV als Auslöser der neuen Immunschwächekrankheit AIDS. Auch wenn aus Historischer Sicht diese Datum der Entdeckung umstritten ist, so ist das Virus seit Hecklers Meldung bekannt.

Auch 35 Jahre später ist eine HIV-Infektion nicht heilbar, aber erkrankte Menschen können dank guter Therapie mittlerweile können HIV-kranke ein langes Leben führen.

Leider sind sie immer noch Vorurteilen ausgesetzt. Nicht nur am Welt-Aids-Tag, sondern das ganze Jahr über müssen wir dagegen ankämpfen!HIV-positive Menschen sind für uns selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft. Wer sie ausgrenzt und diskriminiert, der diskriminiert uns alle!

Rechtsextreme und Rechtspopulisten haben in uns einen ihrer entschiedensten Gegner!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Auf Initiative des Jugendrates der Stadt Düsseldorf, haben Besucher*innen des queeren Jugendzentrums PULS einen Betonklotz, der als Anti-Terror-Sperren am Rande der Altstadt aufgestellt wurde, mit der Regenbogen- und der Trans*-Flagge bemalt. Nur wenige Tage später wurde dieses deutliche Zeichen für Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und anderen queeren Menschen (LSBTIQ*) mit Hakenkreuzen verunstaltet. Zwar konnten die verfassungsfeindlichen, rechten Symbole schnell und unbürokratische durch Künstler*innen beseitigt werde, die gerade in der Gegend legal andere Poller bemalen, jedoch zeigt der Vorfall, dass rechte Kräfte nachwievor gegen unsere vielfältige Gesellschaft und gegen LSBTIQ* hetzen und agieren.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

NRW ist ein offenes, modernes Bundesland, dessen Bürger*innen zurecht Stolz auf ihre täglich gelebte Vielfalt sind. Auch Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans* oder inter* Menschen (LSBTIQ*) sind Teil dieser Vielfalt. Dies gilt auch für die Landeshauptstadt Düsseldorf. Hier haben jugendliche Besucher des PULS durch ihre Aktion ein für alle sichtbares Zeichen für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und anderen queeren Menschen geschaffen.

Dieses Zeichen ist gezielt durch Hakenkreuz-Schmierereien verunstaltet worden. Die feigen Täter*innen wollte hier ein gezieltes Zeichen gegen unsere offene vielfältige Gesellschaft setzen. Denn wer auch immer die Anti-Terror-Sperren mit rechter Symbolik versehen hat, lehnt die Werte ab, die NRW und Düsseldorf lebenswert machen: Vielfalt, Weltoffenheit und solidarische Gesellschaft.

Wir bedanken uns bei allen Künstler*innen, die schnell und entschlossen, diese Werte verteidigt haben. Als Sozialdemokrat*innen verurteilen wir die feigen Schmierereien aufs Schärfste. Rechtsextreme und Rechtspopulisten haben in uns seit über 150 Jahren und auch in Zukunft einen ihrer entschiedensten Gegner!

Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten – Landesregierung soll Verbotsantrag von Konversionstherapien unterstützen!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Am vergangen Freitag brachten die Bundesländer Berlin, Bremen, Hessen, Saarland sowie Schleswig-Holstein eine Gesetzesinitiative in den Deutschen Bundesrat ein, deren Ziel es ist, sog. Konversions­therapien zu verbieten. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, mit denen homo- und bisexuelle Menschen von einer angeblich gestörten sexuellen Orientierung geheilt werden sollen. Dabei führen diese bei Betroffenen oft zu schwerwiegenden psychischen Belast­ungen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder ein erhöhtes Suizidrisiko. Darüber hinaus schürt die Pathologisierung von Homo- und Bisexuellen Vorteile, Diskriminierung und Abwertung.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten. Sie stellen auch keinen behandlungsbedürftigen Zustand dar. Ganz im Gegenteil: sie sind gleichwertige Varianten von sexuellen Orientierungen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO und der Deutsche Ärztetag betonen. Dennoch werden außerhalb unseres Gesundheitssystems sog. Konversionstherapien angeboten, die behaupteten, Homo- bzw. Bisexualität in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten umwandeln zu können und den Eindruck vermittelten, dass Homo- bzw. Bisexualität Erkrankungen sein.

Als NRWSPDqueer lehnen wir jedwede Art dieser „Homoheilung“ strikt ab. „Behandlungen“ der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität verletzen nicht nur das verfassungsrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht. Sie können zur Ablehnung der eigenen sexuellen Identität führt und schwerwiegende psychische Belastungen wie Depressionen Angsterkrankungen zu einem erhöhtes Suizidrisiko nach sich ziehen. Des weiteren stellt die Pathologisierung von Homo- und Bisexualität eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dar, die ein gesellschaftliches Klima befördert, das die Diskriminierung, Abwertung und Stigmatisierung homo- und bisexueller Personen verstärkt. Auch in ihrem aktuellem Programm zu Europawahl fordert die SPD daher ein Verbot solcher Konversionstherapien.

Wir begrüßen daher die Bundesratsinitiative zum Verbot solcher schädlichen pseudomedizinischen Handlungen. Des weiteren fordern wir die Regierung Laschet / Stamp auf, die parteiübergreifende Gesetzesinitiative im Bundesrat zu unterstützen! Herr Laschet, zeigen, sie dass NRW ein weltoffenes und menschliches Bundesland ist!

Die Landesregierung muss ihren Ankündigungen auch Taten folgen lassen!

Die NRWSPDqueer fordert die Landesregierung anlässlich des „International Transgender Day of Visibility“ auf, ihren Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen.

Die heutige Sichtbarkeit von Transsexuellen, Transgendern, Intersexuellen und non-binären Menschen wurde in den vergangenen Jahren von ihnen selbst auch gegen politische und gesellschaftliche Widerstände hart erkämpft. Dank des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur „Dritten Option“ gibt es inzwischen im Personenstandsrecht Neuerungen, die eine gesellschaftliche Debatte angestoßen hat.

Die NRWSPDqueer betrachtet die zunehmend negative Stimmung, die gegen geschlechtliche Vielfalt gemacht wird, mit großer Sorge. Bedenklich ist, dass unter anderem CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Junge Union-Chef Tilman Kuban auf diesen Zug aufspringen und den Populisten zusätzlich Bestätigung geben. Schützenhilfe erhalten sie auch von NRW-Politker*innenn, wie etwa von Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie Beirat der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) NRW.

Aus diesem Grund fordert die NRWSPDqueer die Landesregierung auf, ihre Ankündigungen in die Tat umzusetzen und den Aktionsplan „Gewalt gegen Jungen, Männer und LSBTTI“ endlich aufzusetzen. Die Landesregierung konnte auch gegenüber dem Landtag NRW nicht mehr berichten, als das sich im Ministerium Scharrenbach ein bisschen intern sortiert wurde und überlegt werde, wie man dies umsetzen könne.

Hannah Truslen

Hannah Trulsen, stellvertrende Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, kommentiert die Pläne der Landesregierung:

„Die thematische Zusammensetzung dieses angekündigten Aktionsplans ist gelinde gesagt schwierig. Der Aktionsplan ‚Gewalt gegen Mädchen und Frauen‘ soll fortgeführt werden, aber wie erklärt die Landesregierung, dass Gewalt gegen lesbische Frauen oder auch Transfrauen nun im Aktionsplan nicht in diesem sondern in einem anderen Plan mit Jungen und Männern gedacht wird. Fachlich sehe ich diese Zusammensetzung zusammengewürfelt und die Landesregierung muss beweisen, warum gerade diese thematischen Felder einen Sinn ergeben. “

Darüber hinaus erinnert die NRWSPDqueer Minister Stamp an seine Ankündigung, dass sich NRW für eine Neufassung des Transsexuellengesetzes einsetzen werde. Seither ist fast ein Jahr vergangen und wir erinnern Minister Stamp gerne an seine eigenen Worte: „Ein für alle offenes, gerechtes, selbstbestimmtes Personenstandsrecht ohne Attestpflicht ist längst überfällig.“

Sarah Ungar

Sarah Ungar vom NRWSPDqueer Landesvorstand ergänzt:

„Mit rechtlichen Neuregelungen, die ohnehin längst überfällig sind, ist es nicht getan. Die Landesregierung muss in gesellschaftliche Aufklärung investieren, um damit das Fundament für die Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt in der Bevölkerung zu legen.“

Herr Laschet, wirken Sie endlich auf ihre Vorsitzende ein!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Auf dem am vergangenen Donnerstag im SWR ausgestrahlten „Stockacher Narrengericht machte sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kamp-Karrenbauer über intergeschlechtliche Menschen und andere „bemitleidenswerte Minderheiten“ lustig. Sie scherzte über die Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht und Zitat: „Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.“

Nach dieser erneuten Entgleisung gegenüber LSBTIQ* fordert die NRWSPDqueer Ministerpräsident Armin Laschet auf, in seiner Rolle als stellv. Bundesvorsitzender der CDU auf seine Parteivorsitzende einzuwirken.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

NRW ist ein offenen, modernes Bundesland, dessen Bürger*innen zurecht Stolz auf ihre täglich gelebte Vielfalt sind. Auch Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans* oder inter* Menschen (LSBTIQ*) sind Teil dieser Vielfalt. Bedient eine Spitzenpolitikerin wie Annegret Kramp-Karrenbauer ist dies für viele ein Grund zum Fremdschämen.

Egal ob aus Überzeugung oder politischem Kalkül. Wenn gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielt und immer wieder gegen Minderheiten gepoltert wird, so darf dies einen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen niemals kalt lassen! Denn diese verbalen Attacken sind nicht nur ein Angriff auf einzelne Bürger*innen NRWs, sondern torpedieren auch die Vielfalt unseres Bundeslandes.

Darum fordern wir Ministerpräsident Laschet auf, sein Schweigen zu brechen. Herr Laschet wirken Sie endlich Ihre Parteivorsitzende ein, sich für ihre peinlichen Äußerungen zu entschuldigen und diese in Zukunft zu unterlassen!

Armin Laschet hat nicht nur als Vorsitzender des größten CDU-Landesvorbandes Einfluss in seiner Partei. Er ist zudem auch stell. Bundesvorsitzender der Union. Daher sehen neben den Lesben und Schwulen in der Union (LSU) sowie anderen Unionspolitikern besonders Armin Laschet in einer besonderen Pflicht hier Farbe zu bekennen: Wer für ein offenes und vielfältiges NRW stehen will, darf die dauerhaften Anfeindungen gegen LSBTIQ* nicht tatenlos hinnehmen.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Ausgrenzung und Rechtspopulismus sichtbar entgegen treten!

Sascha Roncevic

Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Der 27. Januar wurde im Jahr 1996 durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus bestimmt. Historischer Hintergrund ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Seit nun einundzwanzig Jahren wird an diesem Tag an die Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden erinnert. Gleichzeitig wird aber auch der anderen Opfer des Nationalsozialismus gedacht: der Euthanasieopfer, der Sinti und Roma, der Kommunist*innen, der Sozialdemokrat*innen und der Homosexuellen

Angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus und ‑extremismus ist dieser Gedenktag für die NRWSPDqueer (Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD ) mehr denn je auch eine Mahnung, für unser vielfältige Demokratie einzutreten und erkämpfte Fortschritte zu verteidigen.

Hierzu erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende Sascha Roncevic:

Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft. Gerade in der heutigen Zeit scheint eine klare Orientierung wichtiger denn je. Wo Hetzer und Populisten mit Fake-News und „alternativen“ Fakten punkten und eine Sprache und Inhalte der Täter von Ausschwitz wieder salonfähig machen wollen, ist ein deutliches Dagegenhalten, umso wichtiger. Wir queeren Sozialdemokrat*innen zeigen daher klar Haltung: gegen Hetze, Menschenfeindlichkeit sowie gegen Homo-, Bi- und Trans*-Feindlichkeit. Wir stehen für eine offene und vielfältige Gesellschaft und sich setzen uns dafür ein, dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus wurden totgeschlagen und totgeschwiegen. Auch nach Ende des Hitler-Faschismus wurden Lesben und Schwule verfolgt und blieben in Folge dessen unsichtbar. Eine individuelle geschlechtliche Identität konnte in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik erst recht nicht ausgelebt werden. Dies hat sich geändert. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen sind sichtbarer. Sichtbarer zu sein, heißt mitunter auch angreifbarer zu sein. Populisten und extreme Rechte versuchen etwa auf perfide Art Homosexualität in die Nähe von Pädophile zu rücken. Trans*-Identitäten werden als „Gender-GaGa“ verspottet und als Resultat einer Verschwörung zur angeblichen Unterdrückung der Mehrheit dargestellt. Aber Sichtbarkeit bedeutet ebenfalls sich wehren zu können. Wie stellen uns sichtbar gegen Demütigungen, Anfeindungen, Verleumdungen und Ausgrenzungen. Wir stellen uns sichtbar gegen gesellschaftlich und staatlich legitimierten Rückschritt. Und wir stellen uns sichtbar gegen alle jene, die schleichend unsere Sichtbarkeit eindämmen wollen.

Terror, Erniedrigung, Folter – hierfür steht Auschwitz. Es ist ein ist ein Synonym staatlich legitimierter und durchgeführter Vernichtung. Auschwitz ist ein Extremum in der perfiden Macht- und Herrschaftsbesessenheit von Menschen über andere. Diese Begierde wurde konsequent und wider aller Menschlichkeit umgesetzt. Nazideutschland ist inzwischen Geschichte. Aber ist es diese Begierde auch? – In Schockstarre blicken wir beispielsweise nach Tschetschenien in Russland oder nach Brasilien, in denen ein faschistoider Präsident auch wegen seiner Hetze gegen homosexuelle und trans* Menschen gewählt wurde. Ebenso nehmen wir die Zustände etwa im Iran oder Uganda wahr. Es werden Homosexuelle verfolgt, verhaftet, verurteilt, getötet. Gegen sie werden eigene Gesetzte erlassen. Wir blicken hin, dann allzu oft angewidert weg und schweigen erneut, als beträfe es uns nicht. Aber wie weit sind die AfD-nahen Akteure der „Demo für alle von Putins Anti-Homogesetzgebung entfernt?. Was unterscheidet die Homo-, Bi- oder Trans*-Feindlichkeit in sozialen Medien von denen afrikanischer Bischöfe?

Vor dreiunddzwanzig Jahren forderte Roman Herzog am 27. Januar, aus Erinnerung zu lernen, um Irrwege zu vermeiden. Es liegt an uns allen, Kurs zu halten, um auf dem Weg einer menschlichen, offen und pluralen Gesellschaft zu bleiben. Wenn wir am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedenken, so ist dies kein Gedenktag wie viele andere.

NRWSPDqueer lehnt Nashville-Erklärung ab. – „Unser Europa ist offen, solidarisch und vielfältig!“

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Die Nashville-Erklärung ist eine bereits 2017 in den USA veröffentlichtes Hetzschrift, die sowohl die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnt als auch Homosexualität als Sünde bezeichnet. Der Text wurde nun ins Niederländische übersetzt und von fast 300 Geistlichen und Politikern unterschrieben. Die NRWSPDqueer, als Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD sieht hierin eine wachsen Homofeindlichkeit in Europa

Hierzu erklärt der Vorsitzende und europapolitischer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Fabian Spies:

Die Niederlande haben vor rund 20 Jahren als erster Staat der Welt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paar geöffnet. Dass ausgerechnet hier mehrere hundert Hetzer nun versuchen, die unsägliche Nashville-Erklärung auch in Europa zu verbreiten und salonfähig zu machen, können und werden wir Sozialdemokrat*innen nicht hinnehmen.

Die Rechte von Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und inter* sowie queere Menschen (LSBTIQ*) sind unveräußerliche Menschenrechte. Gerade für diese Rechte stehen die EU und das vereinte Europa. Schon seit einigen Jahren bemerken wir eine zunehmende LSBTIQ*-Feindlichkeit, die von erstarkenden antieuropäischen Rechtspopulisten vorangetrieben werden. Hier zeigt sich: Grundrechte und ein vereintes Europa gehören untrennbar zusammen.

Umso mehr freut uns, dass mehr als 40.000 Niederländer, darunter viele Prominente, eine humanistische Erklärung unterzeichnet haben, die zu Respekt und Toleranz aufruft. Ebenso haben zahlreiche Gemeinden in den Niederlanden als Zeichen der Solidarität an ihren Rathäuser die Regenbogenflagge gehisst.

Als NRWSPDqueer bekennen wir uns klar zu Europa und seinen Grundwerten. Daher unterstützen wir alle Niederländer*innen, die hier eine klare Zeichen und Botschaften für die Gleichstellung und Akzeptanz von LSBTIQ* setzen. Auch begrüßen wir, dass dieses Jahr am 29. Juni mit dem Roza Zaterdag ein grenzübergreifender CSD in Venlo (NL) und Krefeld (NRW) stattfindet.

Allen LSBTIQ*-feindlichen Hetzern stellen wir unser Europa entgegen. Unser Europa ist offen, solidarisch und vielfältig!

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