Autoren-Archiv für Sascha Roncevic

Landesregierung untersagt Gendersternchen bei Stellenanzeigen! Inklusion und Diversität sehen anders aus.

Die aktuelle Ausgabe von “Karriere.NRW informiert” wurde im April 2022 unter dem Namen „Der Titel“ durch das Landesamt für Finanzen NRW, bei dem das landesweite Personalmarketing angesiedelt ist, veröffentlicht. Darin gibt die Landesregierung vor, wie Berufsbezeichnungen in Stellenausschreibungen für das Land und den öffentlichen Dienst auszusehen haben. Besonders interessant scheint hier der Abschnitt zu sein, der sich mit einer geschlechtergerechten Sprache befasst. So wird die Verwendung des inklusiven Gendersternchen als ungültig bezeichnet und damit faktisch verboten. Dass es mehr als nur das männliche oder weibliche Geschlecht gibt, wird großteils ausgeblendet. Lediglich auf die Pflicht, nach §1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ein „(m/w/d)“ zu verwenden, wird mit dem Kommentar hingewiesen, dass dessen Fehlen für Klagewillige ein gefundenes Fressen sei. Weiter weißt man zwar darauf hin, dass das generische Maskulinum alleine nicht ausreiche, da nach man nach § 8 Absatz 4 LGG zum korrekten Gendern verpflichtet sei. Jedoch werden in der Broschüre auch Beispiele als korrekt angeben, die nur die männliche Berufsbezeichnung tragen.

Die NRWSPDqueer ist über diese Vorgaben durch die Landesregierung stark irritiert und fordert hier zum Umdenken auf. Eine inklusive Sprache, die Vielfalt widerspiegelt, ist eine Bereicherung für alle. Sie zu verbieten, ist im höchsten Maße bedenklich.

Hier zu kommentiert der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Sprache prägt unser tägliches Leben. Ist sie inklusiv, spiegelt sie die Vielfalt unserer Bevölkerung wieder. Dies betrifft auch die Sichtbarkeit aller Geschlechter in der Arbeitswelt. Der in „Der Titel“ geforderte Ausschluss des Gendersternchens ist nicht nur nicht inhaltlich nachvollziehbar. Die Landesregierung fungiert hier auch als Sprachpolizei. Wir fordern daher den für die Herausgabe zuständigen Landesfinanzminister Lienenkämper zum Umdenken auf!

Ebenfalls sehen wir die für Gleichstellung zuständige Ministerin Scharrenbach in der Pflicht. Sie hatte nun mehr fast fünf Jahre Zeit, ein Diversity Management für die Landesverwaltung auf den Weg zu bringen. Dieses hätte wohl dazu geführt, dass ein solcher Fauxpas wie in der aktuellen Ausgabe von “Karriere.NRW informiert” hätte vermieden werden können.

Es zeigt sich wieder einmal, dass der gute Wille von FDP-Minister Stamp nicht ausreicht, um die CDU-geführte Landesregierung an die reelle Vielfalt unseres Bundeslands heranzuführen. Hier haben die Wähler*innen am 15. Mai die Chance, mit ihren Stimmen für die SPD und deren Direktkandidat*innen eine Politik für Respekt, Vielfalt und Akzeptanz zu wählen!

Gemeinsame Erklärung des Bundesvorstandes und der Landes- und Bezirksvorstände der SPDqueer zum Angriff Russlands auf die Ukraine

Seit heute Nacht gibt es wieder Krieg inmitten Europas. Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir dieNachrichten vom russischen Angriff auf die Ukraine und das Vorrücken auf die Hauptstadt Kiew aufgenommen.

Unsere Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts haben sich damit vorerst zerschlagen. Dieser Angriff auf die Ukraine stellt einen massiven Bruch des Völkerrechts dar, der durch nichts und niemanden zu rechtfertigen ist.

Wir verurteilen diesen kriegerischen Akt und die damit einhergehende Missachtung der Souveränität der Ukraine und der Sicherheit der ukrainischen Bürger*innen durch die russische Staatsführung unter Präsident Wladimir Putin auf das Schärfste.

Wir unterstützen starke und konsequente gemeinsame Maßnahmen der europäischen und der internationalen Staatengemeinschaft als Reaktion auf Russlands Aggression gegen die Ukraine.

Der Schutz der ukrainischen Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben, denn die Folgen dieses Krieges werden diese als Erste treffen. Krieg bedeutet immer Not, immer Zerstörung und unsägliches Leid. Krieg bedeutet immer auch Gewalt gegen Frauen, Kinder und andere marginalisierte Personengruppen.

Daher gilt die Sorge der SPDqueer zugleich auch den in der Ukraine lebenden LSBTIQ*, deren Sicherheit durch die russische Invasion noch zusätzlich gefährdet ist. Russlands Haltung und Umgang mit marginalisierten Menschen, insbesondere die staatlich sanktionierte Diskriminierung und Verfolgung von LSBTIQ* ist spätestens seit 2013 bekannt und lässt die Befürchtung einer humanitären Krise wachsen. Vor allem Kiew ist in den letzten Jahren eine sichere Zuflucht für jene gewesen, die Russland verlassen mussten, weil sie nicht der cis-hetero-Norm entsprechen. Wohin werden sie gehen? Wohin sollen sie fliehen?

Die SPDqueer ruft die Bundesregierung auf, dieser Aggression mit allen gebotenen Mittel und in voller Solidarität mit der demokratisch gewählten Regierung der Ukraine, der ukrainischen Bevölkerung und queeren Menschen in der Ukraine entgegenzutreten und wir bitten die Bundesregierung alle Maßnahmen zu treffen, um Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine fliehen, in Deutschland aufzunehmen und ihnen vollumfänglichen Schutz zu gewähren.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus:
Aus Geschichte lernen und Kurs gegen Hetzer, Populisten und Verschwörungstheoretiker halten

Seit 1996 wird am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Neben den Millionen ermordeten Jüd*innen sind dies auch Euthanasieopfer, Sinti und Roma, Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen und Homosexuelle. Historischer Hintergrund ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus und -extremismus ist dieser Gedenktag für die NRWSPDqueer mehr denn je auch eine Mahnung, für unser vielfältige Demokratie einzutreten und erkämpfte Fortschritte zu verteidigen.

Hierzu erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende Ina Spanier-Opperman, MdL:

Orientierung für die Zukunft braucht Gedenken. Gerade in der heutigen Zeit und mitten in der Corona-Pandie scheint eine solche klare Orientierung wichtiger denn je. Wo Hetzer, Populisten und Verschwörungstheoretiker mit Fake-News und „alternativen“ Fakten punkten und die Sprache und Inhalte der Täter von Auschwitz wieder salonfähig machen wollen, ist ein deutliches Dagegenhalten, umso wichtiger. Wir queeren Sozialdemokrat*innen zeigen daher klar Haltung: gegen Hetze, Menschenfeindlichkeit sowie gegen Homo-, Bi- und Trans*-Feindlichkeit.

Zu dieser Haltung gehört auch, dass wir uns für eine aktive und würdige Erinnerungs- und Gedenkkultur einsetzen. Wir waren entsetzt, als wir mitte diesen Monats von Vandalismus am Kölner Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus erfahren haben. Diesen verurteilen wir aufs schärfste! Beschädigung und Beschmierung des Mahnmals sind mehr als eine bloße Sachbeschädigung. Sie sind ein Zeugnis von Verharmlosung queerfeindlicher Verfolgung und von menschenfeindlichem Gedankengut

Frank Müller, Foto: NRWSPD

Der Beauftragte für LSBTIQ* der SPD-Landtagsfraktion, Frank Müller, MdL ergänzt:

Terror, Erniedrigung, Folter –  für all dies steht Auschwitz. Es ist ein Synonym staatlich legitimierter und durchgeführter Vernichtung. Homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus wurden nicht nur totgeschlagen; sie wurden auch totgeschwiegen. Begangenes Unrecht reichte dabei etwa in Form des verschärften §175 noch weit über die Nazi-Herrschaft hinaus. Auschwitz ist ein Extremum in der perfiden Macht- und Herrschaftsbesessenheit von Menschen über andere. Diese Begierde wurde konsequent und wider aller Menschlichkeit umgesetzt. Nazideutschland ist inzwischen Geschichte. Aber die Begierde ist es leider nicht

In der heutigen Zeit sind es Populisten, extreme Rechte und Verschwörungstheretiker, die auf perfide Art gemeinsam versuchen Homosexualität in die Nähe von Pädophile zu rücken oder Trans*-Identitäten als „Gender-GaGa“ zu verspotten. Genau diese Demütigungen, Anfeindungen, Verleumdungen und Ausgrenzungen ebnen jener Menschenverachtung und Gewalt den Weg, die in Auschwitz gipfelte. Daher setzt sich die NRWSPD für eine aktive Aufklärungs- und Antidiskriminieurngspolitik ein. Es liegt an uns allen, aus der Geschichte zu lernen und den Kurs gegen Hetzer, Populisten und Verschwörungstheoretiker zu halten!

Wir stellen uns geschichtsvergessener Verharmlosung queerfeindlicher Verfolgung und menschenfeindlicher Ideologie entschieden entgegen!

Seit 1995 besteht das Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus in Form eines Rosa Winkels in unmittelbarer Nähe zur Kölner Hohenzollernbrücke. Es erinnert an all jene Mitglieder der queeren Communities, die in der Zeit des Nationalsozialismus kriminalisiert, verfolgt und getötet wurden. Nun fiel das Mahnmal einem queerfeindlichen Vandalismus zum Opfer. Es wurde mit Parolen und Symbolen beschmiert.

Die Landesarbeitsgemeinschaft  für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD (NRWSPDqueer) verurteilt die Beschädigung und das Beschmieren des Mahnmals deutlich. Hier liegt keine bloße Sachbeschädigung vor, sondern ein Angriff auf eine würdige Erinnerungskultur.

Hier zu kommentiert Landesvorsitzender der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Fabian Spies (Foto: Gerd P. Müller /NRWSPD)
Fabian Spies (Foto: Gerd P. Müller /NRWSPD)

Ich verurteile diese Tat auf das Schärfste. Wer zum feigen Vandalismus greift, der greift unsere offene und vielfältige Gesellschaft an. Der Vorfall macht aber auch deutlich, dass eine würdige Erinnerungskultur und aktive Antidiskriminierungspolitik sind nach wie vor gebraucht werden.

Die Schmierereien und Beschädigungen stehen für geschichtsvergessene Verharmlosung queerfeindlicher Verfolgung und für eine menschenfeindliche Ideologie. Beidem stellen wir uns als Sozialdemokrat*innen entschieden entgegen!

Wir hoffen, dass die Kölner Stadtverwaltung eine zeitnahe Reinigung des Mahnmals vornimmt und die die Polizei die Täter*innen ausmachen wird.

Natürlich haben die Menschen in NRW Laschets Haltung zur Ehe für alle nicht vergessen!

In der ZDF-Sendung „Klartext“ behauptet NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, er hätte seinerzeit für die Öffnung der Ehe gestimmt, auch wenn er es für respektabel halte, dass etwa die Kanzlerin damals gegen die Ehe für alle votiert habe.

Hier hat Laschet das Publikum bewusst belogen, denn seine frühere Haltung ist klar dokumentiert. So verweigerte NRW nicht nur im Bundesrat auf Wunsch der CDU die Zustimmung, in einem Spiegel-Interview äußerte sich Laschet in der Sache klar und deutlich:

„Ja. Noch mal: Ich bin dafür, jegliche Diskriminierung von Menschen abzubauen, die andere Lebensformen als die Ehe bevorzugen. Aber dem Antrag der SPD hätte ich wie Merkel nicht zugestimmt, weil er auch verfassungsrechtlich nicht in Ordnung ist.“

Fabian Spies (Foto: Gerd P. Müller /NRWSPD)
Fabian Spies (Foto: Gerd P. Müller /NRWSPD)

Hierzu erklärt der Vorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Dass CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet unverhohlen lügt, um sich für queere Menschen als wählbar hinzustellen, lässt sich wohl durch die aktuell schlechten Umfrage Werte für ihn und die Union erklären, jedoch nicht entschuldigen!

Natürlich haben die Menschen in NRW seine Haltung zur Ehe für alle nicht vergessen. Dass unser offenes und vielfältiges Bundesland damals wegen Laschet und seiner CDU hier im Bundesrat die Zustimmung verweigerte, hat nicht nur die FPD als Koalitionspartner, sondern auch viele Bürger:innen tief enttäuscht.

Durch die bewusste Lüge zeigt sich nicht nur Laschets mangelnde Kompetenz für das höchste deutsche Regierungsamt. Wer so handelt, bedient das Klischee der unehrlichen Politik und schadet damit unserer Demokratie.

In seinem Spiegel-Interview von 2017 spricht Laschet von der Eheöffnung als SPD-Antrag. Dies liegt darin begründet, dass die SPD in Sachen Akzeptanz und Gleichstellung nicht nur eine klare Beschlusslage und ein deutliches Profil hat, sondern, dass es die SPD war, die stetig und am Ende erfolgreich gegen die Blockadehaltung der Union gearbeitet hat, während andere nur mit Konfetti geworfen haben. Noch mehr kann die SPD jedoch erreichen, wenn die Union nicht mehr Teil der Regierung ist und somit nicht mehr blockieren kann. Wir werben daher für eine progressive Mehrheit und Olaf Scholz als Kanzler!

NRWSPDqueer kritisiert Laschet-Wahlwerbespot als unglaubwürdig!

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet wirbt im Wahlkampf nun offenbar auch um Stimmen aus der LSBTIQ*Communiy. So veröffentlichten er und die CDU einen Wahlwerbespot, in dem auch eine Frau vor einer im Wind wehenden Regenbogenfahne zusehen ist. Dabei erklärt Laschet, sein Deutschland sei ein weltoffenes Land, das für Freiheit einstehe. Und für unsere europäischen Werte. Ein Land, in dem sich jede und jeder sicher fühlen könne. Egal, woher man komme, woran man glaube oder wen man liebe.

Betrachtet man die queer-politischen Bilanz, die Laschet als NRW-Ministerpräsident vorzuweisen hat, wirken seine Aussagen jedoch wenig glaubhaft und erwecken den Eindruck des Pinkwashing, um sich den Anstrich eines queer-freundlichen Politikers zu geben.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Hierzu erklärt der Vorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Armin Laschet ist als politisches Fähnchen im Wind bekannt: heute hü und morgen hot. Bei den sinkenden Umfragewerte scheint jeder Strohhalm beziehungsweise jede neue Wähler:innen-Gruppe recht.

Dass Laschet sich als weltoffenen Staatsmann geben will, ist unglaubwürdig. Wer wie wir in NRW die Queer-Politik des Ministerpräsidenten und seines Umfelds * erlebt hat, weiß um deren ablehnende Haltung. So lud Laschet als NRW- Integrationsminister nicht nur queere Organisationen bei der Auftaktveranstaltung zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit aus. Die von ihm geführte Landesregierung verweigerte im Bundesrat der Eheöffnung mit haarsträubenden Argumenten die Zustimmung. Der Aktionsplan gegen Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit, der unter Hannelore Kraft als erster seiner Art in einem Flächenland eingeführt wurde, wird nun ebenso mehr schlecht als recht und ohne neue, wichtige Impulse fortgeführt.

Es ist Zeit für ein Update: Eine gute Politik für LSBTIQ* braucht eine progressive Mehrheit ohne die Union und ohne Laschet, dessen Meinungen stärker im Wind wehen, als die Regenbogenflagge in seinem Werbespot.

Die CDU-Fraktion und Ministerpräsident Laschet haben unserem demokratischen Öffentlichen Rundfunk Schaden zugefügt.

Offenbar auf Druck der CDU von Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet wurde laut einem Bericht des Magazins Ende Juni der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. in den WDR-Rundfunkrat gewählt. Hierbei handelt es sich um einen Verein, der Mitglieder gegen Minderheiten polemisiern und auch im Umfeld der queerfeindlichen „Demo für alle“-Bewegung aktiv sind. Zu erwähnen ist hier etwa Manfred Spieker. Das 78-Jährige „Opus Die“-Mitglied bezeichnet Homosexualität offen als lebensfeindlich und behauptet, die meisten schwulen Jugendlichen würden im Erwachsenenalter wieder heterosexuell werden. Neben Spieker ist auch Herwig Birg zu nennen, die auf AfD-Veranstaltungen gegen „Zuwanderung aus dem Ausland“ mobil macht.

Die NRWSPDqueer verurteilt die Wahl des Verbands kinderreicher Familien Deutschland e.V. in den WDR-Rundfunkrat scharf. Sie sieht hierin einen Beleg für die Nähe und den Einfluss von queerfeindlichen und rechten Kreisen auf Armin Laschet.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Hier zu kommentiert Landesvorsitzender der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Ich bin fassungslos, dass der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. durch das Zutun der CDU in das Kontrollgremium der größten Rundfunkanstalt Deutschland gewählt wurde. Diese Wahl widerspricht allem wofür unser weltoffenes und vielfältiges Nordrhein-Westfalen steht. Ein Verband mit völkisch-nationalistischen und queerfeindlichen Mitgliedern darf auf den WDR daher keinen Einfluss haben. Die CDU-Fraktion und Ministerpräsident Armin Laschet haben unserem demokratischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk Schaden zugefügt.

Sascha Roncevic
Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Sascha Roncevic, stell. Landesvorsitzender und Koordinator für Arbeit gegen Rechts in der NRWSPDqueer, ergänzt:

Nach außen gibt Armin Laschet gerne den weltoffenen und toleranten Landesvater. Im Stillen sucht er jedoch Nähe zu Kreisen, deren menschenfeindliche Ideologie auf Ausgrenzung, Hass und Spaltung basiert. Dabei spielt er mit dem Feuer, wie etwa der Blick nach Amerika zeigt, wo Ex-Präsident Trump ebenfalls auf die Unterstützung rechter Gruppen setzte. Wer um der Macht willen so unverantwortlich agiert, darf keine Verantwortung als Kanzler der Bundesrepublik anvertraut bekommen!

NRWSPDqueer solidarisiert sich mit dem Istanbul Pride

Der Istanbul Pride war bis 2014 eigentlich ein buntes und friedliches Fest. Jedoch setze die Polizei auch dieses Jahr das Verbot der CSD-Demo am gestrigen 26.Juni mit Gewalt durch. Damit wurde das siebte Jahr in Folge die friedliche Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie  trans, inter* und anderen queeren Menschen (LSBTIQ*) gewaltsam unterdrückt, bzw. niedergeschlagen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und weitere Regierungsvertreter hatten sexuelle Minderheiten in der Vergangenheit immer wieder verbal angegriffen. Die CSD-Demonstrationen wurden durch die Staatsmacht brutal aufgelöst

Die erneute Einschränkung des Demonstrationsrechts von LSBTI, die alltägliche Diskriminierung der sexuellen Minderheiten sowie die Gewalt sind für die NRWSPDqueer nicht hinnehmbar.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer und Sprecher für internationale Angelegenheiten:

Istanbul ist ein Zentrum für Freiheit und Toleranz. Die Metropole verbindet sowohl eine Städtepartnerschaft mit NRWs größter Kommune Köln, als auch der gemeinsame Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 mit dem Ruhrgebiet. Umso größer ist unser Entsetzen über das nicht hinnehmbare teilweise gewaltsame Vorgehen der Polizeikräfte. Dieses ist Teil einer Abdrift der türkischen Politik hin zu einem immer autoritäreren Regime, das nicht nur die Rechte von LSBTI sondern universelle Grundrechte missachtet. Damit entfernt sich die türkische Politik immer weiter von Europa und seinen Werten. Wir wissen, die Türkei ist tief gespalten. Fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger  lehnen Erdogan und seine autokratische Herrschaft ab. Diese Menschen wie auch die LSBTI in der Türkei dürfen wir nicht alleine lassen. Noch ist die Türkei nicht verloren.

Daher fordern wir Kanzlerin Merkel auf, sich hier zu positionieren und ein deutliches Zeichen der Missbilligung zu senden! Auch Kölns Oberbürgermeisterin Reker fordern wir auf, die Ereignisse Köln Partnerstadt Istanbul nicht unkommentiert zu lassen.

Mit unseren Gedanken und unseren Taten sind wir bei unseren Freunden in Istanbul und in der Türkei. Ihnen gilt unsere Solidarität!

Sascha Roncevic
Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Sascha Roncevic, stell. Landesvorsitzender und CSD-politischer Sprecher ergänzt:

Am gestrigen Samstag demonstrierten mehrere tausend Menschen beim einen Sternmarsch in Berlin und in anderen deutschen Städten für die Akzeptanz und Gleichstellung von LBSTIQ. In Anlehnung an die New Yorker Stonewall-Aufstände 1969 in der Christopher Street sprechen wir hier vom Christopher-Street Day. Damals lehnten sich LSBTIQ* erstmals in größerer Menge gegen Polizeiwillkür, Ausgrenzung und Gewalt auf. Am selben gestrigen Samstag wurde in Istanbul deutlich, dass Stonewall aktueller denn je ist. Hunderte Menschen wurden gewaltsam dran gehindert, friedlich zu demonstrieren. Präsident Erdoğan setzt seine LSBTIQ*-feindliche Politik damit fort.

Die mutige Demonstrant*innen widersetzen sich dem Versuch, LSBTIQ* die Sichtbarkeit zu nehmen und sie aus der Gesellschaft zu drängen. Staatliche Repressionen und Unterdrückung werden nicht hingenommen.

Auch wir wollen uns damit nicht abfinden! Wenn an den kommenden Wochenenden überall in NRW CSD-Veranstaltungen stattfinden, demonstrieren auch zahlreiche Sozialdemokrat*innen für die Akzeptanz von LSBTIQ*. Die Situation in Istanbul und der Türkei liegt uns dabei besonders am Herzen. Das menschenverachtende und teilweise brutale Vorgehen der Staatsmacht in der Türkei verurteilen wir scharf.

Unseren Freund:innen und Mitstreiter:innen in Istanbul sowie der queren Community danken wir für aufrechte Haltung und ihr Engagement. Ihnen rufe ich zu: Kalbimiz sizinle! – Unser Herz ist mit Euch!

Ein wichtiges Signal im ländlichen Raum: Kreis-SPD in Kleve stärkt queere Sichtbarkeit und Jugendarbeit!


Auf Initiative der Klever Kreis-SPD konnten zwei wichtige Entscheidungen zur Förderung queerer Sichtbarkeit und Jugendarbeit herbeigeführt werden. So stellte die SPD den Antrag, dass am Internationen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) am 17.05. am Kreishaus die Regenbogenflagge gehisst wird. Mit viel Engagement konnten die Kreistagsfraktion im Kreisausschuss eine knappe Mehrheit organisieren. Darüber setze sich die SPD-Fraktion besonders dafür ein, dass der Kreis Kleve das queere Jugendangebot „together kleve“ in 2021 und 2022 mit jeweils 30.000 € fördert.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Hierzu erklärt der Vorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Wir freuen uns sehr, dass am 17. Mai auch im Kreis Kleve die Regenbogenflagge am Kreishaus und an zahlreichen Rathäusern weht. Dies ist ein wichtiges und deutlichen Bekenntnis der Politik für Respekt und Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und anderen queeren Menschen (LSBTIQ*). Es schafft darüber hinaus Sichtbarkeit für LSBTIQ* und deren Belange. Durch ihren Einsatz und ihr Engagement zeigt die Kreis-SPD, dass auch ländliche Raum in NRW vielfältig und offen ist. Hierfür danken wir unseren Genoss*innen im Kreis Kleve ganz herzlich!

Sascha Roncevic
Sascha Roncevic – Foto: Sarah Ungar

Der stellvertretende Landesvorsitzende der und jugendpolitischer Sprecher der NRWSPDqueer, Sascha Roncevic, ergänzt:

Seit zehn Jahren gibt das „together kleve“, das in der Region erfolgreich queere Jugendarbeit umsetzt. Zunächst von der SPD-geführten Landesregierung finanziert, wird es derzeit vom Land NRW gefördert. Nun beteiligt sich auch der Kreis Kleve mit jährlich 30.000 € an der Finanzierung. Die ist für einen Landkreis ein Novum. Oft wird der Bedarf nicht gesehen oder es scheitert an Fragen von Zuständigkeiten zwischen den kreisangehörigen Kommunen. Umso mehr freut es uns, dass die Förderung queerer Jugendarbeit durch den Kreis Kleve gelungen ist. Er zeigt, dass es geht. Wir hoffen, dass auch andere Landkreise diesem Beispiel folgen! Auch hierfür möchten wir uns herzlich für den Einsatz unserer Genoss*innen bedanken!

Wer die Symbole für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz anzündet, schreckt auch oft nicht vor weitergehenden Taten zurück!

Am 12. Mai wurden zwei Regenbogenflaggen an der Kirche Christi Auferstehung in Köln-Lindenthal abgerissen und angezündet. Die Flaggen wurden im Rahmen der Aktion #LiebeGewinnt an der katholischen Kirche gehisst. Unter diesem Motto fanden um den 10. Mai herum über 100 Segensgottesdienste für alle Liebenden statt. Damit widersetzen sich die teilnehmenden Gemeinden einem entsprechenden Verbot des Vatikans, gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Liebe den Segen zu spenden.

Die verbrannten Flaggen sollen nun in Kooperation mit dem Kölner Textilkünstler Walter Bruno Brix in einem Kunstprojekt eingearbeitet werden, um hier mahnend für Sichtbarkeit zu Sorgen. Die Vorsitzende des Kölner Ausschusses für Kunst und Kultur, Elfi Scho-Antwerpes (SPD), begrüßt diesen Schritt ausdrücklich!

Die NRWSPDqueer verurteilt den Brandanschlag aufs Schärfste und spricht allen Katholik*innen, die sich für Respekt und Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans*, inter* und anderen queeren Menschen (LSBTIQ*) engagieren ihre Solidarität aus!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Mit großen Entsetzen haben wir vom feigen Brandanschlag auf die beiden Regenbogenflaggen an der Kölner Christi Auferstehung Kirche erfahren. Die Regenbogenflagge ist ein weltweites Zeichen für die Gleichberechtigung, den Respekt und die Akzeptanz von LSBTIQ*. Wir freuen uns, dass sie an über hundert Kirchengemeinden gehisst wurde, um genau dieses Zeichen nach außen zutragen. Damit haben sich unzählige Mitglieder und Würdenträger in katholischen Kirchengemeinden solidarisch mit LSBTIQ* gezeigt. Gegen sie und ihren Einsatz für Vielfalt und Akzeptanz richtet sich auch der Bandanschlag in Köln. Ihnen gilt unsere Solidarität.

Auch wenn hier glücklicherweise nur ein geringer Sachschaden entstanden ist, so verurteilen wir die Tat aufs Schärfste. Denn, wer die Symbole für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz anzündet, der fördert nicht nur Hass und Ausgrenzung, sondern schreckt auch oft nicht vor weitergehenden Taten zurück.

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