Ausgrenzung ist der falsche Weg

Zum Welt-AIDS-Tag am morgigen 1. Dezember erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar:

Jedes Jahr am 1. Dezember wird an die Menschen erinnert, deren Leben sich durch HIV und AIDS grundlegend verändert hat – am Welt-AIDS-Tag wird aber auch denjenigen gedacht, die den Kampf gegen diese Krankheit verloren haben.

Jedes Jahr infizieren sich rund 2 700 Menschen in Deutschland mit dem HI- Virus. 2 700 Einzelschicksale, die die Betroffenen und ihre Angehörigen grundlegend treffen und ihr Leben verändern. Es stellen sich Fragen: Wem erzähle ich es?

Werde ich ausgegrenzt? Was ist meine Zukunft?HIV und AIDS können jeden treffen – das wird zu oft vergessen und verdrängt. Zwangstests – wie in Sachsen Anhalt gefordert – sind der falsche Weg. Das sind panische Versuche, bestimmte Gruppen auszugrenzen. Wir brauchen gute Präventionsarbeit und Unterstützung der Betroffenen – keine unnötige Kriminalisierung und Ausgrenzung!

HIV und AIDS erreichen alle Lebenslagen, den Arbeitsplatz, die Familie, das Wohnumfeld, die Freunde. Es darf zu keiner Ausgrenzung von Betroffenen kommen. Sie müssen sich in jeder Lebenslage auf ihr Umfeld verlassen können. Politik kann das ihre tun.

Leider tut die aktuelle Bundesregierung nichts. Aufklärung, um Neuinfektionen zu verhindern, wird reduziert. Den Gruppen, die sich um Aufklärung kümmern, werden die Mittel gekürzt.

Wir brauchen gezielte Aufklärung, Prävention, Solidarität, einen umfassenden Diskriminierungsschutz der Betroffenen sowie eine pharmaunabhängige Forschung in Deutschland. Wir müssen aus dem HIV/AIDS-Nationalplan der rot-grünen Bundesregierung von 2009 Schlüsse ziehen und für eine staatliche, zwischenmenschliche und gesellschaftspolitische Zusammenarbeit werben, die an HIV/AIDS erkrankte Menschen nicht ausgrenzt, sondern ihnen ein Leben in der Gesellschaft auf allen Ebenen ermöglicht. HIV und AIDS kann jede und jeden treffen. Wir halten am Welt-AIDS-Tag inne, sind berührt, zum Teil entsetzt über die Erzählungen von Betroffenen und deren Erlebnisse mit der Krankheit und dem Umgang ihres Umfeldes. Alle 365 Tage einmal – wir müssen aber an jedem Tag daran denken und handeln mit guter Präventionsarbeit und Unterstützung der Betroffenen.

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