Autoren-Archiv für Sascha Roncevic

Gemeinsam gegen das Vergessen: Transgender Day of Remembrance am 20. November

Hanna Trulsen

Seit 1999 wird er Transgender Day of Remembrance jährlich am 20. November begangen. An diesem Tag soll den Trans*menschen gedacht werden die weltweit aus Ablehnung und Hass ermordet wurden. Die Aktivistin Gwendolyn Smith aus San Francisco initiierte diesen Gedenktag aufgrund der Ermordung von Rita Hester im Jahr 1998. Wie viele Anti-Transgender-Mordfälle und -Gewalttaten ist der Fall von Rita Hester bis heute ungeklärt.

Anlässlich des Transgender Day of Remembrance 2017 erklärt die stellv. Landesvorsitzende der NRWSPDqueer Hannah Trulsen:

Immer noch gibt es große Vorbehalte gegenüber Trans*menschen. Gerade im Arbeitsleben sind Trans*menschen Beschimpfungen, Tratsch, Spott über das Privatleben und störender Neugier ausgesetzt. Die wenigsten Arbeitgeber*innen, Mitglieder der Organe der Mitbestimmung oder die Gleichstellungsbeauftragten sind für das Thema „Transgender und Arbeitswelt“ sensibilisiert. Das muss sich ändern! Da muss die Landes- und Bundesregierung ran und dafür sorgen, dass die Arbeitgeber*innenverbände dahingehend sensibilisieren.

Jeden dritten Tag wird ein Trans*mensch aufgrund der Geschlechtsidentität ermordet. Nicht alle Gewalttaten werden ausreichend untersucht und aufgeklärt, dass muss sich ändern!

Die neue, sich noch zu bildende, Bundesregierung muss endlich aktiv werden. Das Transsexuellengesetz bedarf einer zwingenden Änderung, da zum einen das Bundesverfassungsgericht große Teile als verfassungswidrig erklärt hat und zum anderen dieses Gesetz Trans*menschen ihrer Würde beraubt und unter Generalverdacht gestellt werden. Dieses Gesetz muss ein Gesetz werden, was der Lebensrealität von Trans*menschen gerecht wird und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Die schwarz-gelbe Landesregierung von Armin Laschet muss sich an den Koalitionsvertrag halten und eine Reform im Bundesrat anschieben.

Neben der Lebensrealität von Trans*menschen muss die nächste Bundesregierung auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einer dritten Geschlechtsoption umsetzen, eine Erinnerung ist an dieser Stelle angebracht.

Homosexuelle für das Bistum Münster Menschen zweiter Klasse?! Münsteraner Bischof verweigert schwulem Paar den Segen.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Der Bischof des römisch-katholischen Bistums Münster, Dr. Felix Genn, hat einem Pfarrer persönlich untersagt, in einen für den morgigen Samstag geplanten Gottesdienst dem Emmericher Bürgermeisters Peter Hinze (SPD) und seinen Partner Hubertus Pooth einen Segen auszusprechen. Bischof Genn macht durch seine Intervention aus sich der Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD deutlich, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften für das Bistum Münster weniger wert sind, da ihnen der „Segen für Liebende“ verwehrt wird.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

Autos, Motoräder, Nutz- und Haustiere erhalten auf Wunsch den Segen der katholischen Kirche – die Liebe zweier Menschen des gleichen Geschlechts verdient diesen aber anscheinend nicht.

Die Entscheidung von Bischof Dr. Felix Genn, Liebenden den Segen zu verweigern, nehmen wir mit großer Enttäuschung auf. Zwar lässt das Bistum Münster durch einen Sprecher erklären, dass das die Anordnung des Bischofs nicht die Herabwürdigung von Homosexuellen als Ziel habe. Dennoch erweckt das Segnungsverbot den Eindruck, dass homosexuelle Menschen und deren Liebe nur zweite Klasse seinen.

Dabei wir deutlich, wie sehr sich Bischof Genn von den Menschen in seinem Bistum entfernt. Eine überwältige Mehrheit von über 80% der Bevölkerung hat die Eheöffnung begrüßt. Aber auch die Katholiken in Bistum Münster haben in einer Befragung zur Familiensynode des Vatikans 2015 mehrheitlich den Segen für gleichgeschlechtliche Paare und ein Ende der Abwertung von lesbischer und schwuler Sexualität gefordert.

Anders als das Bistum Münster freuen wir uns für unseren Genossen Peter Hinze und seinen zukünftigen Ehemann Hubertus Pooth. Beiden gratuliere ich Namen der NRWSPDqueer herzlich. Wir wünschen viel Glück im Hafen der Ehe und viele schöne gemeinsam verlebte Tage!

NRWSPDqueer kritisiert: Präsident Trump zieht strukturelle Diskriminierung den Persönlichkeitsrechten von trans* Menschen vor

Hanna Trulsen

Die Obama-Regierung stärkte auch innerhalb der US-Armee die Partizipationsmöglichkeiten von Homosexuellen und Transgender. Das Pentagon, das auch für die medizinische Versorgung der Arbeitenden in der US-Armee zuständig ist, übernimmt somit seit Oktober 2016 die Kosten für Geschlechtsangleichungen. Diese belaufen sich auf insgesamt 2,4 bis 8,4 Millionen Dollar. Dies entspricht 0,13 Prozent der gesamten medizinischen Kosten des US-Militärs. Zum Vergleich: Für Viagra gibt das Pentagon ca. 41 Millionen  Dollar aus. (Quelle FAZ).

Zu dieser strukturellen Diskriminierung erklärt Hannah Trulsen, stellvertretende Vorsitzende der NRWSPDqueer:

Gerade Nachdem die Obama-Regierung die Rechte von trans* Menschen gestärkt hat, reißt der neue US-Präsident Trump alles mit der Abrissbirne wieder ein. Es seien zu hohe Kosten, die das Pentagon bei einer Geschlechtsangleichung zu tragen habe, so die offizielle Lesart. In der US-Armee arbeiten zwischen 1300 bis 6600 betroffene Personen. Selbst bei aller aufzubringender Empathie erschließt sich das Kostenargument kaum. Hier stehen die Kosten von maximal 8,4 Millionen Dollar  Ausgaben von mehr 41 Millionen Dollar für Viagra gegenüber. Anbetracht dieser Diskrepanz darf man ruhig fragen, ob Herrn Trump zufällig noch 8 Millionen Dollar für seine unsinnige Grenzmauer zu Mexiko fehlen?!

Darüber hinaus beklagt Trump, dass trans* Menschen die Einsatzfähigkeit der US-Armee einschränkten und sie so von ihrem „entscheidenden und überwältigenden Sieg“ abhielten. Warum trans* Personen schlechte militärische Leistungen erbringen sollen,  erklärt Präsident Trump eben so wenig, wie um welchen Sieg es sich handle.

Noch im Wahlkampf stellte sich Trump als Anwalt für die LGBT-Community vor. Daraus scheint nichts zu werden. Noch im Februar diesen Jahres schränkte er die Rechte von trans* Studierenden ein, so dass sie in öffentlichen Einrichtungen nur die Toiletten benutzen dürfen, die ihrem amtlichen Geschlechtseintrag entsprechen.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP in NRW ist eine Bundesratsinitiative zu einer Reform des „weitgehend verfassungswidrigen“ Transsexuellengesetzes geplant. Nachdem sich die neue Landesregierung schon bei der „Ehe für Alle“ Anfang Juli enthalten hat, sind wir sehr gespannt, wie sich die Landesregierung hier verhält und ob wir Herrn Laschet daran erinnern müssen, dass auch Menschen aus der LGBT-Community ein Recht auf ein würdevolles Leben ohne Diskriminierung zusteht!

Immerhin liegt dem Bundesrat hier ein entsprechendes Papier der SPD-geführten Landesregierung aus Rheinland-Pfalz vor, das NRW aufgreifen kann.

Heiko Maas und Katarina Barley beim CSD Köln

Sascha Roncevic, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Justizminister Heiko Maas eröffnet am Freitag, 07.07.2017, als Schirmherr den diesjährigen CSD Köln. Auch Bundesfamilien­ministerin  Katarina Barley ist Gast der SPDqueer und nimmt am Sonntag, 09.07.2017, an der Demonstration für Vielfalt teil.

Die NRWSPDqueer freut sich, dass gleich zwei SPD-Bundesminister beim größten CSD Europas Flagge für Vielfalt und Akzeptanz zeigen.

Hierzu erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende und CSD-Koordinator der NRWSPDqueerSascha Roncevic:

NIE WIEDER! – so lautet das Motto des diesjährigen Kölner CSD, das auf eine spürbar erstarkende Rechtsbewegung in der Politik hinweisen will. Einer der sich entschlossen rechten Gedankengut und Hetzern entgegenstellt ist SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas. Dass er sich für die LSBTIQ*-Community einsetzt, macht insbesondere sein Engagement bei der Rehabilitierung der Opfer des § 175 StGB deutlich. Umso mehr freuen mich, dass Heiko Maas die Schirmherrschaft über den CSD Köln übernommen hat.

Auch Bundesfamilienministerin Katarina Barley hat sich in ihrer Zeit als SPD-Generalsekretärin stetig für die Belange von LSBTIQ* eingesetzt. Breits im vergangen Jahr hat sie als Gast der NRWSPDqueer an der CSD-Demonstration teilgenommen. Auch Heiko Maas ist nach 2014 bereits zum zweiten Mal zusammen mit der NRWSPDqueer in Köln.

Dass ranghohe SPD-Politiker an CSD-Demonstrationen und -Straßenfeste nicht nur in Köln sondern in ganz NRW teilnehmen, freut uns. Es macht aber auch deutlich, dass das Thema der Akzeptanz und Gleichstellung von LSBTIQ* in der SPD einen wichtigen Stellenwert haben. Neben der Öffnung der Ehe, für die Martin Schulz die entscheidende Initiative gab, gibt es gesellschaftspolitisch noch einiges zureichen. Hier sind die SPDqueer und die Mandatsträger der SPD ganz nah bei den Menschen. Sie suchen, den Dialog mit der Community, setzen sich ein und solidarisieren sich. Immer Wieder!

Endlich „Ehe für alle“!

Die Regenbogenflagge weht am Parteihaus der NRWSSPD

Heute hat der Deutsche Bundestag die „Ehe für alle“ beschlossen. Dazu erklären Michael Groschek (Landesvorsitzender der NRWSPD), Frederick Cordes (Landesvorsitzender der NRW Jusos), Daniela Jansen (Landesvorsitzende der AsF NRW) und Fabian Spies, Landesvorsitzender von SPDqueer in NRW:

Mit der heutigen Abstimmung im Deutschen Bundestag wurde Geschichte geschrieben. Die Abschaffung der gesetzlichen Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist ein historischer Erfolg für eine fortschrittliche Politik. Und sie bedeutet vor allem eins: Mehr Gerechtigkeit – und zwar gegen die Blockadehaltung der Konservativen. Das muffige Familienbild der Union landet endlich in der Tonne. Die „Ehe für alle“ kommt!

Den Startschuss für diesen Erfolg gab die NRWSPD, die bei ihrem Parteitag vor wenigen Wochen auf Antrag von Jusos, AsF und NRWSPDqueer beschloss, noch in dieser Legislaturperiode über die „Ehe für alle“ abzustimmen. Martin Schulz und die SPD-Bundestagsfraktion haben diesen Ball aufgenommen. Dafür ein großes Dankeschön! Es zeigt, dass Veränderung mit Mut und Entschlossenheit möglich ist.

Dass große Teile der Fraktion von CDU/CSU gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften gestimmt haben, zeigt, dass das Prinzip Merkel endgültig am Ende ist. Viele Konservativen waren nicht bereit, noch einen weiteren Grundsatz zugunsten des merkelschen Machterhalts zu opfern.

In jüngsten Umfragen sprechen sich rund 80% für die „Ehe für alle“ aus. Wer aus gesellschaftlichen Mehrheiten auch endlich politische Mehrheiten machen will, muss am 24. September die SPD wählen.

 

Keine Innovation, aber große Unsicherheit! Schwarz-gelber Koalitionsvertrag fällt bei LSBTI-Themen durch.

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

In ihrem am vergangen Freitag vorgestellten Koalitionsvertrag haben CDU und FDP  zwar eine Textpassage „Vielfalt statt Diskriminierung“ einfließen lassen. Hier wird die queerpolitische Ausrichtung der designierten Landesregierung jedoch nicht einmal schemenhaft aufgeführt. Zum Großteil werden nur Allgemeinbekundungen ausgegeben, die weder für Innovation stehen, noch Auskunft über bestehende Projekte geben.

Hier zu kommentiert Fabian Spies, Landesvorsitzender der NRWSPDqueer:

„In den vergangen sieben Jahren hat die SPD-geführte Landesregierung in der Queerpolitik erfolgreich für die LSBTI in NRW gearbeitet. Vor allem der Aktionsplan gegen Homo- und Trans*-Phobie hat über die Landesgrenzen hinweg positive Resonanz hervorgerufen. Er wurde von der Landesregierung gemeinsam mit zahlreichen Aktivist*innen der Szene erarbeitet. Im nun vorgestellten Koalitionsvertrag wird er jedoch nicht erwähnt. Damit spart der designierte Ministerpräsident Armin Laschet an einem klaren Bekenntnis zum Aktionsplan und zur LSBT-Community. In vielen Bereichen wurden hauptamtliche Stellen neu geschaffen, unter anderem um ehrenamtliche Strukturen zu begleiten. So sind etwa die Fachstelle für queere Jugendarbeit, die SCHLAU-Koordination oder queere Refugee-Projekte als Beispiele zu nennen. Ob diese oder andere Stellen weiter gefördert werden, ist dem Koalitionsvertrag nicht zu entnehmen. Natürlich haben wir die massiven Haushaltskürzungen der Regierung Rüttgers/Pinkwart im LSBTI-Bereich nicht vergessen.

Lediglich an zwei Stellen werden Union und FDP konkreter. Zum einem plant man eine Bundesratsinitiative zur Neuregelung des Transsexuellengesetzes, das in seiner jetzigen Form als verfassungswidrig eingestuft wurde und daher so oder so reformiert werden musste. Zum anderen freut es uns, dass die von Justizminister Thomas Kutschaty initiiere Aufarbeitung der Unrechtsurteile des ehemaligen §175 StGB fortgeführt werden sollte.

Das alleine reicht nicht! Die geplante schwarz-gelbe Koalition liefert hier nicht. Der Vertag beschreibt also keine konkrete Politik sondern, ist ein einziges Fragezeichen. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen haben jedoch mehr verdient als warme Worte in einem kleinen Absatz des Koalitionsvertrags.“

NRWSPDqueer sieht durch Nominierung von Micheal (Mike) Groschek und Svenja Schulze Chancen zur echten Erneuerung

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Zu den bisherigen Entwicklungen seit der Wahlniederlage vom 14. Mai erklärt die Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD (NRWSPDqueer) durch ihren Landesvorsitzenden Fabian Spies:

 

Die NRWSPDqueer gratuliert Michael (Mike) Groschek und Svenja Schulze zu ihren Nominierungen für den Landesvorsitz bzw. für das Amt der Generalsekretärin. Ich wünsche beiden viel Erfolg für die vor ihnen liegende Aufgabe der Neuaufstellung NRWSPD.

Gerade der Umgang mit Menschen, die von der vermeintlichen gesellschaftlichen Norm abweichen, ist ein Lackmustest, ob es uns gelingt unsere Gesellschaft offen und vielfältig zu gestalten. Als Sozialdemokrat*innen wir bieten mit diesem erklärten Ziel einen deutlichen Gegenentwurf zur einer Ideologie der Ausgrenzung und Einfalt der Rechtspopulisten. Daher haben wir uns als Arbeitsgemeinschaft an einem langen Wahlkampf haben beteiligt.

Nach der Wahl darf sich die Sozialdemokratie „nicht ins Schneckenhaus“ verkriecht, sondern muss einen geordneten Prozess der Analyse und Erneuerung angehen. Unserem Vernehmen nach ist dies auch der Wunsch von nahezu allen Akteur*innen innerhalb der Landespartei.

Wir daher große Hoffnung in die gesamte Partei und die designierte Parteiführung, jetzt einen diesen grundlegenden und strukturierten Prozess der Erneuerung einzuleiten. Daher appellieren wir an Mike Groschek und Svenja Schulze echte Reformen einzuleiten. Das Austauschen von Köpfen alleine kann keine zufriedenstellende Lösung sein. Ein echter Neuanfang muss gewagt werden. Die NRWSPD muss alle Mitglieder in diesen Prozess einbinden. Wir als Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung sowie unsere Mitglieder sind bereit unseren Anteil hierzu zu leisten und Verantwortung übernehmen.

Trans*Mensch steht ein Recht auf ein würdevolles Leben zu!

Hanna Trulsen

Der Internationale Tag gegen Homo-, Trans* und Biphobie (Englische Abkürzung: IDAHOT) wird jedes Jahr am 17. Mai begangen, um Respekt für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Menschen einzufordern. Am 17. Mai 1990 strich die Weltgesundheits­organisation (WHO) Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel. Somit galt sie nicht mehr Krankheit. In Deutschland kann der Tag auch auf den §175 StGB zurückgeführt werden, dessen Ziffern sich im Datum wiederfinden lassen.

Anlässlich des IDAHOT 2017 erklärt die stellv. Landesvorsitzende Hannah Trulsen zur Situation von trans*Menschen:

Der spürbare Rechtsruck in Deutschland und Europa bereitet uns große Sorge. Gerade trans*Menschen haben strukturelle Hürden zu nehmen. Das Transsexuellengesetz bedarf einer dringender Änderung, um sie nicht mehr ihrer Würde zu berauben. Denn es ist nicht nur respektlos, sondern auch entwürdigend, wenn Menschen durch mehrere Gutachte beweisen müssen, welches Geschlecht sie haben. Mehrere Teile des Transsexuellengesetz sind mittlerweile durch das Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig als nicht verfassungskonform bewertet worden.

Im alltäglichen Leben stehen trans*Menschen weitere Hindernisse im Weg. In öffentlichen Einrichtungen, stehen sie etwa unter dem Druck, welche Toilette sie benutzen können. Auch die Situation von Zeugnissen und Beurteilungen durch (Hoch-)Schulen sieht ähnlich ernüchternd aus. Anders als einige annehmen, liegen weder Urkundenfälschung, Falschbeurkundung im Amt oder Betrug vor, wenn Zeugnisse und Beurteilungen unter dem neuen Namen von trans*Studierenden/Schüler*innen ausgestellt werden. Ähnliches Dies geht aus einer Einschätzung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen und einem Gutachten der Anwältin Maria Augstein hervor. Die Liste der genannten Beispiele lässt sich beliebig verlängern.

Nach der Abwahl der rot-grünen Landesregierung sehen wir als NRWSPDqueer im wahrsten Sinne des Wortes schwarz, da wir befürchten, dass hier keine genügende Rechtsicherheit für betroffene zu erwarten ist. Die nächsten fünf Jahre muss die LSBTIQ*-Community in NRW zusammenhalten und für ihre Rechte eintreten. Gemeinsam werden wir Armin Laschet, daran zu erinnern, dass auch trans*Menschen ein Recht auf ein würdevolles Leben zusteht!

Katholische Schützen erlauben schwule Königspaare – Zur Entscheidung des Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS)

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Ina Spanier-Oppermann

Zur Entscheidung des Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) erklären der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies, und die stell. Landesvorsitzende der NRWSPDqueer und Landtagsabgeordnete, Ina Spanier-Opermann:

 

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hat auf seiner Versammlung in Leverkusen eine wichtige und richtige Entscheidung getroffen, die auch die bereits in vielen Vereinen gelebte Vielfältigkeit widerspiegelt.

Den Öffnungsprozess der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften begrüßen wir daher sehr. Der BDHS möchte „durch  gegenseitigen  Respekt, Ehrlichkeit  und  Toleranz  ein  vertrauensvolles  Miteinander  mit  allen  gesellschaftlichen  Kreisen  ermöglichen.“ Dies ist genau der richtige Weg und zeigt, dass unsere Gesellschaft nicht nur aus schwarz und weiß besteht, sondern bunt ist.

Die Bruderschaften übernehmen vor Ort die wichtige Rolle der Integration und des Vorbilds. Unsere Gesellschaft baut auf die vielfältige Landschaft der Vereine und des Ehrenamtes und daher ist dieses klare Bekenntnis zur Vielfalt der Glaubensrichtungen und der sexuellen Orientierung nur folgerichtig.

Die bisherigen Diskussionen hatten bereits gezeigt, dass in den Vereinen nicht die sexuelle Orientierung steht, sondern unsere Grundwerte, nach denen sich auch die Bruderschaften richten.

Wir hoffen nun, dass alle Bruderschaften den positiven Beispielen folgen werden und sich weiter öffnen.

Das together Refugee Projekt macht deutlich, die besondere Situation von LSBTI muss berücksichtigt werden!

Fabian Spies, Foto: Gerd P. Müller / NRWSPD

Die durch das Land NRW geförderten together Jugendprojekte für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und Intermenschen (LSBTI) leistet an mehreren Standorten in NRW wichtige .Hierzu gehört auch ein together Refugee Projekt, dass sich speziell an queere, geflüchtete Jugendliche richtet.

Heute am 13.03.2017 2017 veröffentlichte das Projekt eine Pressemitteilung, in der es fehlerhafte Entscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie nicht nachvollziehbare ablehnende Bescheide aufzeigt.

Durch die aufgeführten Beispiele wird deutlich, dass bei den Bescheiden die besondere Situation von LSBTI auf der Flucht oft nicht berücksichtigt wird. Die NRWSPDqueer sieht daher hier einen dringenden Handlungsbedarf.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies:

Die durch das together Refugee Projekt aufgezeigten Bespiele bewegen uns sehr. Zum einen zeigen sie, mit welchen Engagement geflüchtete Jugendliche betreut und integriert werden. Zum anderen sind es deren individuellen Biografien und Erlebnisse, die aufzeigen, welchen schwierigen und bedrohlichen Umständen sie in ihren Herkunftsländern aufgrund ihrer sexuellen Identität ausgesetzt waren. Die Situation von LSBTI in diesen Ländern ist nicht nur rau, sondern mitunter lebensbedrohlich. In zahlreichen Bescheiden des BAMF wird diese Realität jedoch völlig verkannt. Die dort zugrunde gelegte Ansatz, dass Diskretion und das Nicht-Ausleben der eigenen sexuellen Identität einen hinreichenden Schutz darstellen, ist für uns nicht hinnehmbar – zumal er gültiger Rechtsprechung des Europäischen Gerichts widerspricht.

Wir fordern daher, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge  ausführlich mit der besonderen Situation von LSBTI in den Herkunftsländer auseinandersetzen. Die oft fehlerhafte Entscheidungspraxis belastet durch nachfolgende Gerichtsverfahren sowohl unser Justiz, aber nicht zuletzt auch Betroffene und Unterstützungssysteme in nicht hinnehmbarer Art und Weise. Um dies zu vermeiden, gilt es auch einzelne Entscheidungen zu prüfen und zu korrigieren.
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Hier finden sie die Pressemeldung des together Refugee Projekts im Wortlaut:

PM 3.17-BAMF-Entscheidungen gegen LSBTI-Geflüchtete sind realitätsfern bedrohlich! (002)

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